Was tun, wenn gute Bewerber abspringen?

Was tun, wenn gute Bewerber abspringen?

Mehr als 1/3 der Bewerber sagen bereits während des Bewerbungsprozesses ab. Für Unternehmen ist dies unglaublich frustrierend. Nicht nur, weil sie sich schon auf den neuen Bewerber eingestellt haben, sondern auch, weil es wahrscheinlich wieder eine geraume Zeit dauern wird, einen neuen, passenden Kandidaten zu finden. Zusammen mit dem Karrierecoach, Personalbetreuer und Autor Klaus Härtel, haben wir diese Problematik analysiert:

Was sind die Gründe für die Abbruchrate?

Grund 1: Der Kandidat hat sich in der Zwischenzeit für ein anderes Angebot entschieden

Grund 2: Der Bewerbungsprozess dauert zu lange oder war nicht zufriedenstellend

Grund 3: Das Gehaltsangebot ist zu niedrig

Grund 4: Die Bewerber halten die Anforderungen der Stelle für übertrieben

Grund 5: Die Chemie passt nicht und die Bewerber entdecken keine Sympathien

Wie reagiere ich als Arbeitgeber auf eine Absage?

Niemals die Absage persönlich nehmen und eingeschnappt reagieren, denn damit ist die Chance vertan, den Bewerben noch für sich zu gewinnen. Wenn es möglich ist, dann sollte man für den Bewerber kämpfen. Qualifizierte Fachkräfte sind schwieriger denn je zu finden.

Nachfragen, was die Gründe für die Absagen waren um herauszufinden, ob es noch Möglichkeiten gibt, den Kandidaten für das Unternehmen zu gewinnen oder ob es aussichtslos ist.

Wertschätzung signalisieren, um dem Kandidaten zu zeigen, wie wichtig und wertvoll er für das Unternehmen und das Team ist und .

Um ein persönliches Gespräch bitten, um nochmal in Ruhe die Beweggründe zu erörtern und gemeinsam eine Lösung zu finden.

Eine Hintertür offen lassen, indem man dem Kandidaten die Möglichkeit mitgibt, sich nochmal zu melden, falls es mit dem neuen Job doch nicht passt.

Wie kann man Absagen vermeiden?

Gesamtgesehen sollten Unternehmen versuchen, sich mehr in die Bewerberperspektive zu versetzen, um eine positive „Candidate Experience“ zu schaffen. Das bedeutet den Bewerber wie einen Kunden zu behandeln und während des Interviewprozesses für einen positiven Gesamteindruck zu sorgen. Es ist wichtig, dass Kandidaten den Gesamtprozess als ein erfreuliches Erlebnis wahrnehmen.

Im Einzelnen bedeutet dies Hindernisse entfernen wie komplizierte Karrierewebsites und Kontaktformularen mit unzähligen Pflichtfeldern. Gastro Südtirol in Kooperation mit Karriere Südtirol hat genau hier angesetzt. Durch die mit Videos versehenen Karriereseiten, kann sich jeder kinderleicht einen authentischen Einblick vom Wunsch-Unternehmen machen.

Außerdem ist es wichtig, das Vorstellungsgespräch gut vorzubereiten. Man soll darauf achten, Fragen in Bezug zu den eingereichten Unterlagen zu stellen. Dies trägt zu einer angenehmen Gesprächsatmosphäre maßgeblich bei. Zudem bekommt das Gespräch eine Struktur und es ergeben sich vertiefende Gespräche.

Wenn möglich, sollte man den Bewerbern versuchen, schnellstmöglich zu antworten. Denn wenn man nicht zeitnah reagiert, fühlen sich Kandidaten vernachlässigt und sind schon bald beim nächsten Unternehmen. In Südtirol ist dies für Arbeitgeber momentan nur schwer verkraftbar.

Unser Fazit

In Zeiten des Fachkräftemangels ist es dringend notwendig, auf die Wünsche der Kandidaten einzugehen. Denn eine gute Bewerbererfahrung führt in einem nächsten Schritt zu weiteren Bewerbern. Zudem beginnt Employer Branding schon bei der Bewerbung. Das bedeutet, Unternehmen müssen sich schon in der Bewerbung als attraktiver Arbeitgeber darzustellen. Im aktuellen Südtiroler Arbeitsmarkt können qualifizierte Bewerber zwischen den verschiedensten Arbeitgebern wählen. Was zählt und den Unterschied ausmachen kann, ist die Attraktivität. Es gilt, seine Arbeitgebermarke aufzubauen, dieser treu zu bleiben und konkret im Betrieb umzusetzen.

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